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    Frauenbüro

    Sexuelle Belästigung an der Universität

    In allen gesellschaftlichen Kontexten, vor allem aber am Arbeitsplatz, kann es vorkommen, dass Frauen und Männer von sexueller Belästigung betroffen sind. Im Bewusstsein der meisten ihrer Mitglieder gilt die Hochschule noch immer als ein Ort des aufgeklärten, emanzipierten Miteinanders, wo es Vorkommnisse wie sexuelle Übergriffe nicht geben kann. Die Universität ist aber nicht weniger ein Ort solcher Belästigungen als andere gesellschaftliche Bereiche. Durch ihre hierarchische Struktur können bestehende Abhängigkeitsverhältnisse ausgenutzt und so Grenzverletzungen und unangemessene Annäherungsversuche gefördert werden.

    Häufig ist eine Abwehr von Übergriffen schwierig, da sie als absichtslose Handlungen getarnt und bei einer Konfrontation jederzeit geleugnet bzw. als Phantasie der Belästigten oder Missverständnis abgetan werden können. Betroffene, die sich wehren, müssen außerdem in vielen Fällen negative Auswirkungen fürchten, wie Anfeindungen, Schikanen oder Benachteiligungen. So werden sie zu doppelten Opfern. Das gilt es zu verhindern. Der Schutz vor sexueller Belästigung ist seit 2006 im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) rechtlich geregelt. Der Arbeitgeber hat die Pflicht, Beschäftigte vor sexueller Belästigung zu schützen.

    Es gehört zum Selbstverständnis der Universität Würzburg, sichere Arbeits- und Studienbedingungen zu bieten sowie ein kollegiales Klima zu schaffen, in dem alle angstfrei und ohne Einschränkung ihre Talente entfalten und ihre wissenschaftlichen Fähigkeiten erweitern können. Sexuelle Belästigung wird daher an der Universität Würzburg unter keinen Umständen geduldet und entsprechend sanktioniert.


    Was ist sexuelle Belästigung?

    »Sexuelle Belästigung beginnt dort, wo signalisierte Grenzen überschritten werden.«

    Sexuelle Belästigung ist jedes sexuell bestimmte Verhalten, das von den Betroffenen nicht erwünscht und als beleidigend, respektlos oder abwertend empfunden wird. Wenngleich Frauen und Männer gleichermaßen betroffen sein können, werden de facto überwiegend Frauen Opfer sexueller Belästigung. Sie reicht von verbalen Anzüglichkeiten in der alltäglichen Kommunikation bis hin zu strafrechtlich relevanten Tatbeständen:

       

    • anzügliche Witze
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    • Zeigen pornografischer Darstellungen
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    • taxierende Blicke, anhaltendes Starren
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    • aufdringliches Verhalten, herabwürdigende Gesten
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    • unerwünschte Berührungen
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    • abfällige / sexistische Bemerkungen über Aussehen, Verhalten und Privatleben
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    • Aufforderung zu sexuellen Handlungen
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    Strafrechtlich relevant sind Stalking undSexuelle Nötigung und Vergewaltigung.


    Sexuelle Belästigung ist stets einseitiges Verhalten, das sich grundlegend von Flirts oder Komplimenten unterscheidet. Häufig führt es zu Stresserleben, Verunsicherung, Angst, Depression sowie psychosomatischen Beschwerden und in der Folge zu Leistungsminderung oder -versagen. Noch gravierender ist die Erfahrung, dass die unerwünschten Annäherungsversuche mit Andeutungen oder Versprechen von Vorteilen bei sexuellem Entgegenkommen begleitet sind oder von Androhungen negativer Auswirkungen im Fall von Verweigerung.

    Sexuelle Belästigungen sind Dienstpfichtverletzungen und Dienstvergehen, die disziplinarrechtliche Naßnahmen zur Folge haben können. Das Erzwingen von sexuellen Handlungen, tätliche Bedrohung, körperliche Gewalt, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung dagegen sind Straftatbestände, die zur Anzeige gebracht werden können.

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